03.03.2007 — Inspirations

"Geht nicht gibt´s nicht" ist ein geflügeltes Wort im Verlag Hermann Schmidt Mainz. Natürlich gilt dies auch für alle Partner und Autoren wie Mario Pricken, die sich meist gerne von dieser Haltung anstecken lassen. Und so entstand ein echtes Handbuch. Mit Tragegriff. Eine Idee von Christine Klell aus Wien. Sie will genau diesen Griff. Und zwar nicht oben am Buch, sondern am Rücken. Nun verdrängt jede Stanze beim Eindringen Material, sodass der Rücken aufbricht. Stanzen geht also nicht. Also lasern. Ein Versuch erinnert an den Grundschul-Kunstunterricht, wo man einem Aushang durch Anfackeln der Ränder Patina verleiht. Zu unserem Designbuch über Kreativstrategien passt das nicht. Vielleicht fräsen. Also geht das nächste Muster zum Schreiner. Nicht schwarz, aber auch nicht glatt ist die ovale Aussparung und liegt wellig und unangenehm in der Hand. Wenn Handbuch, dann auch Handschmeichel-Buch. Die Idee, die Bögen oder gar die Einzelblätter zu stanzen, wird ebenfalls verworfen. So meldet sich der Verlag in Wien bei Christine Klell und spricht den verpönten Satz: "Liebe Christine, das geht leider wirklich nicht." Kurz darauf taucht die perfekte Lösung auf: Ein 4000-atü-Wasserstrahl gleitet durch einen Diamanten mit haarfeiner Bohrung. Er fährt das Oval des Griffes nach, das Wasser fließt ab und der Griff ist fertig. Wenn Stefan Sagmeister, der Star-Gestalter aus NY, anruft, weil er auch so einen Griff haben will, und man in Zürich in eine der größten Buchhandlungen kommt und dort eine ganze Wand mit dem Buch "Visuelle Kreativität" frontal präsentiert findet, weil das Buch mit dem Griff ein Blickfang ist, dann hat es sich wieder gelohnt, dass jemand "Geht nicht gibt´s nicht" sagte ...
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© by Mario Pricken, 2006